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Hessischer Denkmalschutzpreis 2022 verliehen

Förderprojekte | 21.Juli 2022

Die Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises stehen fest: Sie wurden am 21. Juli in Wiesbaden in der Rotunde des Biebricher Schlosses mit einer Preisverleihung geehrt. LOTTO Hessen stiftete das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Seit 1986, seit der Einführung der Rubbelloslotterie von LOTTO Hessen, vergeben das Landesamt für Denkmalpflege in Hessen und LOTTO Hessen schon gemeinsam den Hessischen Denkmalschutzpreis. Der Zusammenhang ist ganz einfach, denn seit 1986 fließen sämtliche Erträge der Rubbellose in die hessische Denkmalpflege. Auch die vielen bereits mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis Ausgezeichneten haben zur Pflege und zur Instandsetzung vieler Denkmäler in ganz Hessen beigetragen. Sechs weitere Denkmaleigentümer konnten sich in diesem Jahr am 21. Juli über eine stimmungsvolle Preisverleihung im Wiesbadener Schloss Biebrich und die verdiente Würdigung für ihr Engagement freuen. Eine fachkundige Jury hatte sich extra zu ihrer Auswahl Ende Mai auf eine zweitätige Reise durch Hessen gemacht. Die Geehrten spornen hoffentlich viele weitere Denkmaleigentümer an, es ihnen gleichzutun.

Am Verleihungstag ließ es sich Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn erneut nicht nehmen, persönlich den Hessischen Denkmalschutzpreis 2022, den insgesamt bereits 37., zu vergeben. Die Ministerin erklärte in ihrer Rede auch, dass Denkmalschutz gleichzeitig Umweltschutz bedeutet: „Um Kulturdenkmäler zu erhalten, brauchen wir Menschen, die sie mit Verständnis für das Können früherer Generationen und Einfühlungsvermögen für historische Techniken pflegen. … Mit jedem Stein, jedem Balken, jeder Wand, die erhalten werden, schonen wir vorhandene Ressourcen.“


​​​​​​​Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, betonte, dass die Beteiligten hervorragendes Gespür und beispielloses handwerkliches Geschick im Umgang mit der historischen Bausubstanz bewiesen und dank ihrer Maßnahmen auch den sozialen Zusammenhalt in den Orten gestärkt haben, denn „diese instandgesetzten Denkmäler bieten den Menschen Heimat und Identität.“ Martin Blach, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, grüßte per Videobotschaft in das Schloss Biebrich, traditionell der Ort der Verleihung: „Das kulturelle Erbe in Hessen zu erhalten, dafür steht seit 1986 der Hessische Denkmalschutzpreis, aber auch unsere Rubbelloslotterie. Mehr als 80 Millionen Euro sind daraus bereits in den vergangenen 36 Jahren zusammengekommen. Das macht uns stolz und motiviert uns zusätzlich, auch für die Zukunft mit unseren Produkten dazu beizutragen, dass die historische Bausubstanz vieler hessischer Dörfer und Städte wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.“

Diese instandgesetzten Denkmäler bieten den Menschen Heimat und Identität.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2022 kommen aus Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis), Marburg, Kassel, Darmstadt, Alsfeld (Vogelsbergkreis), Hartmannshain-Grebenhain (Vogelsbergkreis) und Gießen. Zudem ging der Ehrenamtspreis der hessischen Staatskanzlei an ein Projekt im Grebenhain-Hartmannshain im Vogelsbergkreis.

Das sind die Preisträger 2022

Der erste Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen geht 2022 an die Stadt Wächtersbach, vertreten durch Bürgermeister Andreas Weiher, für die Sanierung des Wächtersbacher Schlosses. Der einstige Sitz der Ysenburger stand über Jahrzehnte leer – Verwahrlosung, Hausschwamm, störende Einbauten früherer Nutzungen und ein verfallender Dachstuhl waren die Folge. Die Stadt erwarb das historische Gebäude, um es als neues Rathaus zu nutzen. Die Einbauten wurden beseitigt, der Dachstuhl umfassend erneuert, die historischen Gewölbe konnten behutsam saniert werden.

Den zweiten Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen erhält die TU Darmstadt, für die Sanierung der alten Stadtmauer in Darmstadt. Das Bauwerk an der Erich-Ollenhauer-Promenade verfiel zusehens. Behutsam wurde das nicht mehr zu rettende Fugenmaterial Stück für Stück ausgetauscht, die Patina stabilisiert und die wiederentdeckten Schießscharten gesichert. Informationstafeln und Aufenthaltsbereiche ergänzen die neu gewonnene Anlage.

Auch in der Kategorie Transformatives Bauen gibt es zwei Preise. Der erste Preis ehrt die Architekten Marc Köhler, Thomas Meyer und Keivan Karampour. Sie haben das ehemalige Hallenbad Ost in Kassel zu einem Ort für Veranstaltungen, Büros und Praxen umgestaltet und bekommen 7.500 Euro Preisgeld. Die Preisträger achteten besonders auf die Restaurierung der für die Bauhauszeit typischen Fensterfronten und reparierten behutsam Fußböden, Fliesen, Holztreppen und Wandbeläge. Der zweite Preis für transformatives Bauen geht an Kai Laumann. Er hat die Alte Post und das ehemalige Telegraphenamt in Gießen zu einem Ort der Gastronomie, Wissenschaft, Gesundheit und Dienstleistungen gemacht. In beiden Gebäuden wurden jeweils etwa 100 historischen Fenster erhalten und aufgearbeitet. Historische Deckenkonstruktionen, gusseiserne Stützen und die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Treppenhäuser prägen die besondere Atmosphäre des Raumes. Das hierfür verliehene Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

Den ersten Preis in der Kategorie Privates Bauen geht an Katja Berkling. Sie hat das über Jahre leerstehende und in sehr schlechtem Zustand befindliche Tagelöhnerhaus in Marburg-Dilschhausen restauriert und dabei besonders auf Details geachtet: So sind sogar die unebenen Wände, die den Charakter und den besonderen Charme des Hauses prägten, erhalten geblieben. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert.

Der zweite Platz in der Kategorie Privates Bauen gebührt Rudolf Knierim für sein Projekt Haus Helbig in Alsfeld. Er hat das Fachwerkhaus in der historischen Kernstadt von Alsfeld instandgesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Altstadtensembles geleistet. Vor allem die Instandsetzung der Innenräume mit vielen liebevollen Detailsist hervorragend gelungen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

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