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Damit hohes Gras nicht zur Falle wird

LOTTO Hessen schützt heimische Wildtiere

Wegducken und still liegenbleiben: Was Rehkitzen bei natürlichen Feinden im hohen Gras das Leben rettet, kann bei der Wiesenmahd im Frühjahr fatal enden. Mehr als 100.000 Bambis fallen nach Schätzungen des Deutschen Jagverbandes jährlich den Mähmaschinen zum Opfer. Das zu verhindern, ist dem Rodgauer Verein „Aktion Rehkitz“ ein Herzensanliegen, der Wiesenflächen nach gefährdeten Tieren absucht. Fliegende Unterstützung kommt jetzt von LOTTO Hessen.

Rehkitze sind vermeintlich gut geschützt, in Wahrheit aber zum Tode verurteilt, wenn der Mähdrescher kommt. Denn in der Setzzeit werden die neugeborenen Rehkitze von den Ricken im hohen Gras vor Füchsen, Greifvögeln und Schwarzwild versteckt. Bei Annäherung dieser natürlichen Feinde üben sie dann ihr angeborenes Verhalten aus, sich vollkommen still zu verhalten und nicht die Flucht zu ergreifen. „Leider ein fatales Verhalten, wenn das Mähwerk näherrückt. Dann bleiben sie im hohen Gras ungesehen“, erläutert Michail Groß.

Er ist Mitglied im gemeinnützigen Verein „Aktion-Rehkitz e.V.“, der es sich daher zur Aufgabe gemacht hat, Landwirte und Jagdpächter im Kreis Offenbach bei der Suche nach Jungtieren im hohen Gras aktiv zu unterstützen. Wie genau? Zu Fuß und in Personenreihen – so werden die zur Mahd anstehenden Wiesen abgesucht, um die Position von gefundenen Rehkitzen deutlich zu markieren oder sie gleich aus der Gefahrenzone zu bringen.

Neuer Minihelikopter spürt Bambis auf

Bei großen Wiesen wird die Suche zu Fuß schnell unmöglich. Deswegen wird dort ein sogenannter Multikopter in die Luft geschickt. Ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera lässt sich damit auch eine größere Wiesenfläche schnell absuchen und weitgehend sicherstellen, dass alle Rehkitze auf der Wiese aufgespürt werden. Eine wichtige Anschaffung für die Naturschützer, doch lange Zeit leider unerschwinglich.

Wie gerufen kam daher die finanzielle Hilfe von LOTTO Hessen, denn die Zahl der Anfragen nach Sucheinsätzen übersteigt schon lange die Möglichkeiten des Vereins. Mit 5.000 Euro griff die hessische Lotteriegesellschaft Aktion Rehkitz e.V. unter die Arme und ermöglichte so den Kauf eines Multikopter-Flugsystems. Mit den Lottogeldern können die Bambiretter mit ihrem kostenlosen Angebot zukünftig verstärkt Landwirte und Jagdpächter aus der Region beim Schutz der Rehkitze unterstützen.

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