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Wie der Apfel in die Flasche kommt

LOTTO Hessen bringt Schüler auf die Obstwiese

Die Vielfalt auf Hessens Streuobstwiesen bei der Obsternte hautnah erleben und gleichzeitig Kindern eine sinnvolle gemeinsame Beschäftigung bieten – das sind die Anliegen von „Unser Apfel – das Projekt mit Stiel“. Getragen wird das Apfelprojekt von der Kreisstadt Erbach, dem Odenwälder Verein für Bildungs- und Kulturarbeit e.V. sowie einer örtlichen Schule. Am Ende der Verarbeitungskette des Apfels steht die schuleigene Kelteranlage und die dank LOTTO Hessen angeschaffte Lounge-Ecke zum Genießen der selbstgewonnenen Apfelprodukte: vom Saft bis zum Apfelcrêpe. Ein Gewinn für unsere Jüngsten und das alte Kulturgut „Obstwiese“.

Zum Odenwälder Kulturgut gehören in hohem Maße die Streuobstwiesen mit ihren Apfelbäumen. Doch Kinder und Jugendliche können häufig mit naturbelassenen Säften dieser Wiesen weniger anfangen als mit konfektionierten Limonaden. Außerdem sind viele Streuobstwiesen in der Region verwahrlost und bedürfen der Pflege. Das Projekt „Apfel mit Stiel“ hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Streuobstwiesen zu pflegen und dafür Kinder und Jugendliche zu begeistern.

Dabei lernen die jungen Menschen nicht nur die Verarbeitung des Odenwälder Apfels und damit das Gute in der Nachbarschaft kennen, sondern beschäftigen sich auch mit dem Anbau, der Bewirtschaftung und der Pflege der Bäume. Ein konkretes Ergebnis gibt es auch: In der eigens auf dem Hof der Erbacher Schule am Sportpark aufgestellten Kelteranlage wird der wertvolle Most der geernteten Äpfel direkt gewonnen.

Projektverantwortlicher Alexander Carrasco Torres, der gleichzeitig die Schulsozialarbeit leitet, fasst den Projekterfolg so zusammen: „Bei uns lernen die jungen Leute, wie der Apfel in die Flasche kommt und können dabei aktiv mitmachen und am Ergebnis teilhaben. Das macht Spaß und motiviert“. Die Nachfrage nach dem Apfelsaft und Apfelgelee hat das produzierte Angebot inzwischen weit übertroffen.

Insgesamt drei Streuobstwiesen bewirtschaften und pflegen die Jugendlichen des Projektes derzeit unter Anleitung. „Den Jugendlichen hat sich ein Erfahrungsraum geöffnet, der mit Anerkennung verbunden ist und anspornt“, so Torres. Er freut sich außerdem über den stetig wachsenden Zustrom von Schülerinnen und Schülern, die sich alle für das Apfelprojekt begeistern.

Obstpflege und -genuss

Dass die Obstwiesen mit ihren regionalen Apfelsorten Pflege brauchen – das wissen die Schülerinnen und Schüler nur zu gut. Gerade der Baumschnitt will gelernt sein. Anfang des Jahres startete daher der erste Schnittkurs mit einem theoretischen Teil, mit der finanziellen Hilfe von LOTTO Hessen in Höhe von 5.000 Euro kann es jetzt auch praktisch weitergehen. Von den Lottogeldern konnten die beteiligten Jugendlichen mit professionellen Schnittwerkzeugen ausgestattet werden. So können die Kinder Kronenaufbau, Erziehungsformen und Schnitttechniken am Apfelbaum selbständig durchführen und zeigen, was sie gelernt haben. Außerdem konnte davon eine Teleskopastsäge und eine weitere Obstbaumleiter angeschafft werden, um der zunehmenden Größe des Projektes gerecht werden zu können.

Eines freut die Jugendlichen aber besonders: Mit den Mitteln von LOTTO Hessen wird außerdem die „offene Apfelsafttheke" an der Schule am Sportpark zu einer "GSA Lounge" mit Kleinküche erweitert. „Dann können Apfelsmoothies, Apfelcrépes und weitere Leckereien rund um den Odenwälder Apfel selbst im Rahmen sozialer Gruppenarbeit hergestellt und in angenehmem Ambiente offeriert werden“, freut sich Torres. Klingt lecker und macht sicher noch mehr Lust auf regionales Obst!

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