Zurück

ODDSET Zukunftspreis 2018: Hessens Sportvereine ausgezeichnet

Zum inzwischen 14. Mal wurde 2018 der ODDSET Zukunftspreis des hessischen Sports verliehen. Genauso hoch war auch die Anzahl der in diesem Jahr ausgezeichneten Gewinner-Projekte, nämlich 14. Mehr als 70 Vereine hatten sich beworben. Gemeinsam mit dem Landessportbund Hessen e.V. konnte LOTTO Hessen seit 2005 bereits 59 Haupt- und Sonderpreisen sowie weitere 65 Anerkennungspreise an Hessens Sportvereine verleihen. Der ODDSET Zukunftspreis ist mit 50.000 Euro Preisgeld der höchstdotierte Sportpreis in Hessen und richtet sich an Vereine mit wegweisenden Projekten im Vereinssport. Ob Gesellschafts-Tanzkurs für Jugendliche mit Behinderung, Schwimmkurse für Flüchtlinge, Rollstuhl-Tennis oder therapeutisches Boxen – alle Projekte haben Vorbildcharakter und helfen dabei, wichtige gesellschaftliche Fragen und Probleme zu lösen. Wir stellen Ihnen die 14 Preisträgerprojekte 2018 vor.

Therapeutisches Boxen ADHS – Bensheim

Der KSC Bensheim bietet Kindern mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom therapeutisches Boxen, bei dem sie ihre sozialen, kognitiven sowie emotionalen Fähigkeiten verbessern können. Bereits vier Kurse für insgesamt 30 Kinder konnten einen Platz im Vereinsangebot des KSC Bensheim finden. Die vier Säulen des Kurses bestehen aus klaren Anweisungen, lautem Wiederholen, Einprägen der Aufgaben sowie körperlichem Auspowern. Jedoch wird hierbei kontaktlos gearbeitet. Die Kinder sollen lernen, konfliktfrei miteinander umzugehen. Mit dem Preisgeld des Anerkennungspreises in Höhe von 2.000 Euro möchte der Verein noch mehr Trainer ausbilden, um weitere Kurse anbieten zu können.

Der 5-jährige Tyrise trainiert fleißig in der Gruppe  der Bambini-Boxer.

Eine Sportart macht Schule – Wiesbaden

Bereits in den vergangenen Jahren wurden zwei Projekte des Judo-Klubs Kim-Chi Wiesbaden 1999 e.V. bei dem ODDSET Zukunftspreis ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr entschied sich die Jury, das Projekt „Eine Sportart macht Schule“ mit einem Sonderpreis zu ehren. Der Verein begann vor 11 Jahren damit, in Grundschulen Kindern die Möglichkeit zu bieten, den japanischen Kampfsport zu erlernen und gleichzeitig wichtige Werte wie Respekt, Fairness und soziale Kompetenz zu erlernen. Jedes Kind kann unabhängig von seiner Herkunft oder seinem sozialen Umfeld an dem Kursangebot teilnehmen. Durch finanzielle Unterstützung der Stadt Wiesbaden, der Sportjugend Hessen und des Sportjugendrings Wiesbaden werden die Beiträge reduziert oder sogar kostenlos angeboten. 24 von 40 Grundschulen verfügen bereits über das Kursangebot und mit dem Preisgeld von 5.000 Euro sollen weitere Grundschulen dazu kommen.

Schwimmen für Flüchtlinge „Be-Welcome“ – Wiesbaden

Das Patenprojekt  des Evangelischen Vereins für Innere Mission (EVIM) wandte sich im Jahr 2016 aufgrund der hohen Nachfrage nach Schwimmkursen an den SV Delphin Wiesbaden e.V. Dieser startete anschließend das Schwimmkursangebot unter dem bereits bestehenden Namen „Be-Welcome“. Der Kurs ermöglicht es Flüchtlingen, schwimmen zu lernen und ein Schwimmzeichen abzulegen. Im Jahr 2016 nahmen insgesamt 176 Flüchtlinge das Angebot wahr. Für das bisherige Engagement wurde das Projekt mit dem Anerkennungspreis mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgezeichnet. Die Planungen für 2019 laufen bereits. In der Zukunft sollen die Flüchtlinge in den festen Schwimmbetrieb des Vereins integriert werden. Zudem möchte der SV Delphin Wiesbaden e.V. die Kursteilnehmer in das Fortgeschrittenenschwimmen oder in den Breiten- und Leistungssport einbeziehen.

Im Rahmen dieses Projektes konnten einige Flüchtlinge bereits ein Schwimmzeichen ablegen.

Gesellschafts-Tanzkurs für Jugendliche mit Behinderung – Gießen

Ein Tanzkurs für Behinderte bietet der TSG Blau-Gold Gießen seit diesem Jahr an. Der Kurs ist für 12- bis 18-jährige und soll den Behinderten dabei helfen, den Kontakt zu anderen zu knüpfen und sozusagen tänzerisch einen einfachen Umgang miteinander zu erlernen. Über Discofox bis hin zum langsamen Walzer bietet der Kurs mehrere Partnertänze, die bei dem abschließenden Abschlussball getanzt werden. Durch den verliehenen Anerkennungspreis und einem Preisgeld von 2.000 Euro plant der Verein zukünftig weitere Projekte mit Behinderten, um weiterhin das Thema Inklusion zu intensivieren.

„Hier macht Gesundheit Spaß“ – Familiensportpark – Karben

Die Turngemeinde Groß-Karben 1891 e.V.  stellt seit dem Jahr 2014 auf dem Vereinsgelände einen öffentlichen Familiensportpark zur Verfügung. Dieser ist für jede Alters- und Leistungsklassen nutzbar und soll zum einen Spaß bieten, zum anderen auch der gesundheitlichen Prävention dienen. Kindergärten, Schulen sowie Vereine involvieren den Sportpark in ihren Unterricht bzw. in ihr Trainingsprogramm. Um eine fach- und altersgerechte Einführung der Geräte zu geben, stellt die Turngemeinde Groß-Karben 1891 e.V. lizenzierte Trainer zur Verfügung. Mit dem zweiten Platz brachte der Verein ein Preisgeld in Höhe von 8.000 Euro nach Groß-Karben, welches im kommenden Jahr für die Erweiterung des Sportparks eingesetzt werden soll.

Der Familiensportpark in Karben ist für jede Alters- und Leistungsklasse zugänglich.

Generationsübergreifendes Musikprojekt – Bensheim-Auerbach

Bei diesem besonderen Projekt reicht die Altersspanne von sechs bis 83 Jahre. Gemeinsam mit dem Katholischen Kirchen-Musikverein leitet der TSV Auerbach das „Generationsübergreifende Musikprojekt“.  Hierbei geht es unter anderem um den Instrumentalunterricht für Kinder, der von Musikpädagogen des Vereins geleitet wird. Die Kinder stammen aus allen Gesellschaftsschichten und soll deshalb auch Kindern aus sozial schwachen Familien die Chance bieten, zu musizieren. Aber auch Senioren bietet der Verein eine Möglichkeit, ihre Freizeit musikalisch zu gestalten. Jede Woche können die Senioren den Tenorblockflötenunterricht besuchen. Mit dem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro kann das Projekt weitergeführt werden und hoffentlich weitere Menschen in jeder Altersklasse für das Musizieren begeistern.

Nachwuchshandball, aus der Region für die Region – Melsungen

Seit 2014 arbeitet die Melsunger Turngemeinde 1861 e.V. mit den örtlichen Schulen zusammen, um das Thema Leistungssport einfacher mit der Schule zu verbinden. Hierdurch entstand das nun mit Anerkennungspreis beim ODDSET Zukunftspreis ausgezeichnete Projekt. Der Verein stellt Trainer, Spieler und Wettkampfrichter zur Verfügung, während die Schulen im Gegenzug ihre Schüler für wichtige Wettkämpfe freistellen und dafür einen Nachholunterricht anbieten, um den verpassten Unterrichtsstoff auszuarbeiten. Dies ermöglicht den Schülern des MT-Handball-Kaders, zwei Mal pro Woche während der Schulzeit zu trainieren. Die Gesamtschule Melsungen bietet innerhalb eines Teilzeitinternats die Möglichkeit, die Hausaufgabenbetreuung und den Nachholunterricht zu besuchen. Mit dem gewonnenen Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro möchte der Verein weitere Trainer und Übungsleiter ausbilden. 

Die Jugend des MT-Handball-Kaders.

Auf Rollen in die Zukunft! – Vellmar

Vor drei Jahren gründete Manfred Dockhorn, Besitzer einer Tennishalle, den Verein ARGO e.V. in Vellmar. Der Verein bietet gehbehinderten Menschen die Möglichkeit, barrierefreies Rollstuhltennis zu spielen. Außerdem soll der Verein andere Vereine ermutigen, ebenfalls Rollstuhltennis in ihr Sportangebot aufzunehmen. Im Rahmen dieses Projekts wurde auf dem Tennisplatz von Manfred Dockhorn ein barrierefreier Zugang, ein weiteres Gebäude für Seminar- und Gymnastikräume und behindertengerechte Sanitäranlagen gebaut. Der Verein veranstaltete einen Rollstuhltennis-Aktionstag, welcher so erfolgreich war, dass seitdem 20 Rollstuhltennisspieler in einer gemeinsamen Trainingsgruppe mit Spielern ohne Handicap trainieren. In Zukunft soll es Schulungen, Fortbildungen und Vorträge zur Inklusion im Tennissport geben. Hierfür ist das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro sicherlich besonders willkommen.

Stark für Fußball, Schule und Leben – Stadtallendorf

Einen Sonderpreis erhielt der Jugendförderverein Stadtallendorf/Ostkreis für sein Projekt „Stark für Fußball, Schule und Leben“.  Bei diesem besonderen Projekt steht neben dem sportlichen Bereich auch der außersportliche, soziale Bereich im Vordergrund. Der JFV bietet seinen Sportlern nämlich zusätzliche kostenfreie Angebote zur Verfügung, um ihren schulischen Erfolg verbessern zu können oder ihre Persönlichkeit und Sozialkompetenz zu stärken. Hierfür gibt es unter anderem zum Ende der Mittelstufe eine Berufs- und Ausbildungsberatung für die jungen Sportler. Zudem wird ein Konflikt- und Deeskalationstraining und eine sportpsychologische Unterstützung angeboten, um schwierige Situationen zu bewältigen sowie die mentale und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Der Lohn für das Projekt: Ein Sonderpreis und 5.000 Euro Preisgeld.

Die Kinder des Jugendfördervereins Stadtallendorf/Ostkreis.

Gib uns dein Talent! – Seligenstadt

Das Siegerprojekt „Gib uns dein Talent“, welches mit dem Hauptpreis von 10.000 Euro ausgezeichnet wurde, möchte das Ehrenamt näher an die jungen Menschen bringen. Dies soll durch insgesamt vier Teilprojekte vermittelt werden. Das „Projekt FiV – junge Frauen im Vorstand“ engagiert sich für die Gewinnung von Frauen für die Vorstandsarbeit. Im Rahmen des „Projektes RM – Reserved Monitoring“ coachen junge Menschen ältere Vorstandsmitglieder in Bezug auf moderne Themen wie die Digitalisierung. Ein weiteres Teilprojekt beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit der Familie und dem Ehrenamt. Das vierte Projekt kümmert sich um die Rekrutierung aus dem Nachwuchs als Trainer und Trainerinnen und nennt sich „TiC – Trainer sein ist cool“. Alle Projekte sind so erfolgreich, dass der Verein einen Mitgliederzuwachs von 18 Prozent erreicht hat und den Altersdurchschnitt von 62,2 Jahre auf 38,5 Jahre verringern konnte. Außerdem stieg der Frauenanteil im geschäftsführenden Vorstand um 66 Prozent. Jungen Menschen jedoch das Ehrenamt näher zu bringen ist eine schwierige Aufgabe in einer Zeit, in der die digitalen Medien immer wichtiger werden. Das dies aber trotzdem funktionieren kann, zeigt die Turnerschaft 1882 Klein-Krotzenburg e.V. Aus diesem Grund kann sich der Verein über den 1. Platz des ODDSET Zukunftspreises freuen.

Ein Hafen für junge Menschen: Ankommen, entfalten, gemeinsam wachsen – Offenbach

Der Kinder- und Jugendtrainer Demir Türsan rief im Jahr 2016 ein Projekt im Verein SG Wiking Offenbach ins Leben, welches jungen Leute die Möglichkeit bieten soll, am Rudersport teilzunehmen. Hierfür arbeitet der Verein eng mit den Schulen in Offenbach zusammen und besucht die Schulen im Rahmen des Sportunterrichts. Mit Hilfe von Ruder-Ergometern können die Schüler trainieren und den Rudersport kennenlernen. Der SG Wiking Offenbach ist es so gelungen, nicht nur Kinder und Jugendliche für den Rudersport zu begeistern, sondern sie auch in den Verein aufzunehmen, was erheblich zur Integration ganzer Familien in Offenbach beiträgt. Dafür wird der Verein 2018 mit einem Anerkennungspreis beim ODSSET Zukunftspreis des hessischen Sports geehrt und mit einem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro ausgezeichnet. Das Geld soll für weitere Ruder-Ergometer und Trainingsequipment genutzt werden, sodass noch mehr Schüler das großartige Angebot des SG Wiking Offenbach wahrnehmen können.

 Die Kinder der örtlichen Schulen können in weiterführenden Kursen mit einem  „echten“ Boot auf dem Main rudern.

Starke Kinder – von Anfang an! – Hainburg

Gemeinsam mit der Johannes-Gutenberg-Schule (JGS) hat die Sportvereinigung 1879 e.V. Hainstadt einen Selbstbehauptungskurs ins Leben gerufen. Der Kurs soll Kindern die Themen verbale Einschüchterung oder körperliche Gewalt näher bringen, ohne ihnen Angst zu machen. Die Kinder lernen durch den Kurs, Selbstbewusstsein zu entwickeln und auch mal „nein“ sagen zu können. Der Verein hat das Projekt bereits auf Teenager ausgeweitet. Innerhalb des Kurses werden Rollenspiele gespielt, Gesprächsrunden geführt und Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung durch einen Trainer vermittelt, um den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie sie in Gefahrensituationen sicher auftreten können. Für dieses Engagement erhielt die Sportvereinigung 1879 e.V. einen Anerkennungspreis und 2.000 Euro Preisgeld.

Inklusion im Segelsport auf Ein-Mann-Kielbooten der Klasse 2.4mR – Kassel

Mit dem dritten Platz beim diesjährigen ODDSET Zukunftspreises wurde die Segelsportgemeinschaft Edersee e.V. (SSGE) ausgezeichnet. Das Projekt bietet Menschen mit Handicap die Möglichkeit, barrierefrei am Segelsport teilzunehmen. Dafür baute die SSGE einen behindertengerechten Spezialbootanleger, um auch mit Handicap auf die Segelboote zu gelangen. Außerdem wurden zwei Boote des Typs 2.4mR angeschafft, die aufgrund ihrer Bauart und Größe gut für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Das Clubhaus des Vereins sowie die Sanitäranlagen erfuhren einen behindertengerechten Umbau. Das durchdachte Konzept war der Jury den dritten Platz wert, hierfür gab es ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro für den Verein. Das Geld soll unter anderem für weitere Boote verwendet werden.  

Auch Menschen mit Handicap haben die Möglichkeit zu segeln.

Aus Minis werden Meister – Babenhausen

Seit dem Jahr 2015 wird das Tischtennis-Projekt „Aus Minis werden Meister“ an der örtlichen Grundschule innerhalb des Sportunterrichts durchgeführt. Das Projekt, welches mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde, soll in erster Linie den Spaß und die Freude am Sport vermitteln. Bereits 24 Schüler und Schülerinnen konnten durch das Angebot für eine Mitgliedschaft beim TSV Langstadt 1909 e.V. gewonnen werden. Eine Erstklässlerin trainiert zusätzlich zum Vereinstraining zweimal pro Woche im Olympiastützpunkt in Frankfurt. Innerhalb des Projektes haben die Kinder die Chance, ihr Tischtennis-Sportabzeichen abzulegen. Außerdem können sie an Mini- Meisterschaften und Breitensportaktionen teilnehmen. 2.000 Euro Preisgeld gab es für dieses Projekt.

Das könnte Sie auch interessieren