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GENAU lässt scheue Gäste nisten

Neuer Wohnraum für die Schleiereule im Hochtaunus

Wiesbaden, 21.09.2017. Dem Schutz der Schleiereule im Hochtaunuskreis hat sich der Arbeitskreis Hochtaunus der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON) verschrieben. Denn die natürlichen Brut- und Nistmöglichkeiten für die Eule reichen längst nicht mehr aus. Ein Ausbau des Nistplatzangebotes durch spezielle Nistkästen ist schon lange das Ziel des Arbeitskreises. Jetzt hat er dafür sozusagen im Lotto gewonnen und kann 15 weitere im Kreis installieren. Denn die Naturschützer hatten sich bei der Umweltlotterie GENAU von LOTTO Hessen für den dort wöchentlich ausgespielten Zusatzgewinn für ein Umweltprojekt in Höhe von 5.000 Euro beworben. Als am 25. August erneut der Hochtaunuskreis als Gewinnerlandkreis bei GENAU ermittelt wurde, kam ihre Chance. Die Wochengewinner im Kreis konnten sich für ein Projekt entscheiden. Unter den derzeit 14 für den Zusatzgewinn zur Wahl stehenden Projekten im Hochtaunuskreis wählte die Mehrheit den Schutz und die Förderung der Schleiereule.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war die scheue Schleiereule als Brutvogel selbstverständlich vorhanden. Inzwischen ist die Art in Hessen selten geworden, die Anzahl der Brutpaare geht fast überall – auch im Hochtaunuskreis – seit Jahren kontinuierlich zurück. Durch die Überbauung von Streuobstflächen, die Intensivlandwirtschaft sowie den Abriss und die Versiegelung alter Gebäudesubstanz verschwinden zunehmen Lebensräume, Brutplätze und Nahrungsgrundlagen. An bestehenden Objekten wie Scheunen oder Kirchtürmen wird außerdem der Einflug inzwischen gezielt unterbunden. Schlechte Aussichten für die Schleiereule.

Deshalb hat sich der Arbeitskreis Hochtaunus der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON) der Erweiterung der Nist- und Brutmöglichkeiten des scheuen Tieres verschrieben. Bislang konnten die geplanten Brutkästen mangels ausreichender Finanzierung nicht ausgebracht werden. Doch am 25. August gewann der Hochtaunuskreis bei der Umweltlotterie GENAU und sorgte dafür, dass auch ein Umweltprojekt des Kreises mit 5.000 Euro rechnen konnte. Welches es werden würde, entschieden wie immer die Wochengewinner der Klassen 1 bis 3. Ihnen lag unter 14 Projekten der Schutz der Schleiereule am meisten am Herzen. Der Zusatzgewinn in Höhe von 5.000 Euro für das Umweltprojekt ermöglicht jetzt die Verbesserung des Brutplatzangebotes. Nun können 15 weitere, madergeschützte Kästen in alten Scheunen und Kirchen durch den HGON aufgestellt werden, um rechtzeitig ein nahrungsreiches und sicheres Winter- und Brutquartier anbieten zu können. Gleichzeitig werden dank der speziellen Kästen Nachteile, wie beispielsweise eine Verschmutzung der Gebäude, vermieden. „Die Kästen werden bei guter Habitateignung erfahrungsgemäß gut angenommen. Damit ergänzen wir einen weiteren wichtigen Mosaikstein auf dem Weg dahin, den Bestand zu erhalten und langfristig zu stabilisieren“, freut sich HGON-Projektkoordinator Daniel Neubacher. Darüber hinaus plant die HGON auch, Streuobst- und Ackerflächen als Nahrungshabitate für Schleiereulen aufzuwerten. Die Maßnahmen erfolgen unter Berücksichtigung der bekannten Brutpaare und in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Naturschutzgruppen.
Zum vierten Mal bereits kann der Hochtaunus über Lottoglück für die Umwelt jubeln, das bedeutet insgesamt 20.000 Euro für regionale Umweltprojekte. Mehr als 70 Projekte hessenweit wurden seit Einführung der Umweltlotterie bereits mit dem Zusatzgewinn bedacht.

Das Spielprinzip der Umweltlotterie GENAU ist weltweit einmalig: Jeder Tipper gibt auf seinem Spielschein eine hessische Postleitzahl an und erhält pro Los eine fünfstellige Identifikationsnummer, die sogenannte Los-ID. Aus allen teilnehmenden Losen wird dann die Los-ID gezogen, auf die der garantierte Hauptgewinn von mindestens 10.000 Euro entfällt und die gleichzeitig den Gewinner-Landkreis bestimmt. Alle teilnehmenden Lose im Landkreis des Hauptgewinners gewinnen, außerdem ein Umweltprojekt. Welche Natur- und Umweltprojekte mit 5.000 Euro Zusatzgewinn gefördert werden, entscheiden die jeweiligen Wochengewinner von GENAU.

Kontakt: Dorothee Hoffmann, LOTTO Hessen, Unternehmenskommunikation, Tel. 0611 - 36 12 170, E-Mail: dorothee.hoffmann@lotto-hessen.de

Kontakt Projektverantwortlicher: Dr. Rolf Hennes, Leiter des Arbeitskreises , Tel. 0172 234 8801 sowie Daniel Neubacher, Projektkoordinator, Tel. 0178 564 1922

Das beigefügte Bildmaterial kann unter Nennung Franz Robiller/naturlichter.de frei eingesetzt werden.