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ODDSET Zukunftspreis des Hessischen Sports 2017

BC Marburg gewinnt 1. Preis und 10.000 Euro für Handicap-Team/ Ehrung im Rahmen der Olympischen Ballnacht in Wiesbaden

Wiesbaden, 23.09.2017. Der Basketball Club Marburg ist der diesjährige Sieger im Wettbewerb um den ODDSET Zukunftspreis des hessischen Sports. Mit diesem Preis werden Sportvereine für richtungsweisende Projekte oder besonderes gesellschaftliches Engagement prämiert. Dazu zählen integrative Angebote für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Flüchtlinge. Der jährlich durch den Landessportbund Hessen e.V. (lsbh) und die LOTTO Hessen GmbH ausgeschriebene Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Der mit 10.000 Euro dotierte 1. Preis geht 2017 an den BC Marburg für sein Projekt „Basketball-Handicap-Team“. Teamleiterin Hilde Rektorschek und Präsident Jürgen Hertlein nahmen den Preis am Samstag im Rahmen der Olympischen Ballnacht in Wiesbaden stellvertretend entgegen. Die Laudatio hielt der ehemalige Bundesforschungsminister, Prof. Dr. Heinz Riesenhuber. Das Projekt integriert Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen frühzeitig in den Verein und nutzt die Kraft des Sports für die persönliche sowie körperliche Weiterentwicklung und Teilhabe.

Mit insgesamt 50.000 Euro zeichnet LOTTO Hessen auch in diesem Jahr wieder innovative hessische Sportvereine aus. Das Geld winkt den Siegern des „ODDSET Zukunftspreis des Hessischen Sports“, den LOTTO Hessen und der Landessportbund Hessen e.V. schon zum dreizehnten Mal gemeinsam für beispielgebende Ideen im Sport ausschreiben. Der mit 10.000 Euro dotierte 1. Preis ging in diesem Jahr an den BC Marburg für sein engagiertes Integrationsprojekt „Basketball-Handicap-Team“. Dies hatte eine Jury unter Vorsitz des Bundesministers a. D. Prof. Dr. Heinz Riesenhuber entschieden, der auch die Laudatio im Rahmen der Ballnacht hielt. Die übrigen Gewinner – zwei weiter Haupt-, zwei Sonder- sowie acht Anerkennungspreisträger – werden in Kürze auf regionalen Ehrungsveranstaltungen gewürdigt. Insgesamt 58 hessische Projekte lagen der Jury in diesem Jahr vor. Das Gewinner-Projekt des BC Marburg wurde 2009 ins Leben gerufen: Der Basketball-Club Marburg bot einer Gruppe trommelnder Fans mit körperlicher und geistiger Behinderung an, selbst das -Basketballspielen zu erlernen – in einer eigenen, von Bundesliga-Spielerinnen der „Blue Dolphins“ trainierten Mannschaft. Das Team trifft sich inzwischen 14-tägig zum Training und hat in diesem Jahr erneut erfolgreich an den Special Olympics teilgenommen. „Wenn aus Zuschauern Spieler, aus Fans Vereinskameraden und aus Anfeuernden Angefeuerte werden – dann hat ein Bundesliga-Verein etwas richtig gemacht. Dann nämlich ist es ihm gelungen, den Wunsch nach Zugehörigkeit in ein gelebtes Gemeinschaftsgefühl zu verwandeln“, erklärte Juryvorsitzender Prof. Dr. Heinz Riesenhuber in seiner Laudatio, „das Projekt ,Basketball-Handicap-Team‘ hat Modell- und Vorbildcharakter. Beim BC Marburg hat man frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist, Menschen mit Einschränkungen in den Vereinsalltag einzubeziehen, ihnen ein regelmäßiges Training sowie den Besuch von Auswärtsspielen zu ermöglichen und so Teilhabe zu ermöglichen.“

Die rund 20 Spielerinnen und Spieler des „Basketball-Handicap-Teams“ sind zwischen 15 und 45 Jahre alt. Ihren Namen haben sie selbst ausgesucht. „Seit wir die Gruppe ins Leben gerufen haben, hat jeder einzelne Spieler an Körperlichkeit, aber auch an Selbstvertrauen gewonnen“, berichtete die Initiatorin Hilde Rektorschek bei der Preisübergabe. Dass sie von Spielerinnen des Bundesliga-Kaders trainiert werden, ist für das Team besondere Motivation. Die Begeisterung spürten auch die Gäste der Ballnacht, als das Projekt mit einem kurzen Video vorgestellt wurde. „Das Trainieren mit der Mannschaft, als Gruppe, das finde ich ganz toll“, sagt Spielerin Tanja Pusch darin, „und dass ich auch schon Körbe geworfen habe“, ergänzt sie lachend.

Im Bild (Foto: LOTTO Hessen): Das Handicap-Team mit Hilde Rektorschek (untere Reihe, 3. v.r.)
Das Video zum Projekt kann auf Wunsch jederzeit gerne bereitgestellt werden