Zurück

Blick zurück im März

1949: Die "Staatliche Sportwetten GmbH" wird gegründet

Wussten Sie, dass LOTTO Hessen schon auf eine fast 70-jährige Tradition zurückblickt? Das sind fast 70 Jahre Glück für seine Tipper – und für ganz Hessen. Denn damals schon wurde festgelegt, dass alle Überschüsse in die Förderung des Gemeinwohls in Hessen fließen.

Zu Beginn erst einmal nur in den Sport. Am 14. März 1949 war es also soweit: die damalige „Staatliche Sportwetten GmbH“ wurde gegründet. Ein einziges Produkt wurde angeboten: Die Sportwette TOTO. Schon einen Monat nach der Gründung fand die erste offizielle TOTO-Ausspielung in Hessen statt. Dem voraus ging ein besonderer Kraftakt, denn innerhalb von Tagen mussten immerhin 180 Annahmestellen in ganz Hessen geschaffen, Wettscheine gedruckt und die Mitarbeiter gefunden werden, die damals noch in mühevoller Kleinarbeit die Tipps von Hand mit einer Schablone auszuwerten hatten.

Kein Laut, kein Zigarettenrauch, nur das Rascheln des Papiers

In heutigen Dimensionen mit wöchentlich mehr als einer Million eingehender Spielscheine dachte man damals noch nicht: Rund 70.000 Wettscheine wurden bis zum 9. April 1949 für die am Tag darauf stattfindende, allererste TOTO-Ausspielung abgegeben. Der Spielscheintransport war abenteuerlich. Autos gab es kaum, das Benzin war rationiert. In Säcken, Taschen und Kisten, kaum gebündelt, trafen Scheine ein. In einer Turnhalle in der Wiesbadener Schwalbacher Straße sollte die erste Gewinnermittlung stattfinden. Das Inventar hatte man notdürftig in der nebenan gelegenen Gaststätte ausgeliehen. Die Arbeit der Auswerter begann um 19 Uhr und endete am folgenden Tag um 5 Uhr. Dazwischen lagen 1,5 Stunden Pause und zwei von „Hessen Toto“ bezahlte Tassen Kaffee. „Kein Laut, kein Zigarettenrauch, nur das Rascheln des Papiers“, so beschrieb ein Chronist die mühsame Arbeit des manuellen Scheinauswertens in dem großen Saal. Jeder Auswerter hatte in der Stunde 1.100 Tippreihen durchzusehen. Manche schafften 2.500, einige sogar 3.000. Im Durchschnitt kamen die Auswerter auf einen damals stattlichen Verdienst von 80 D-Mark im Monat.

Der erste TOTO-Sonntag brachte der Sportwetten GmbH Einnahmen in Höhe von sage und schreibe 117.000 D-Mark. Anfang der 50er begann man, die Wetten mit Ausspielungen von Autos, Motorrädern und Fahrrädern zu verbinden. Eine Eigenheimverlosung sorgte bei der anhaltenden Wohnungsnot zusätzlich für Schwung, denn für zehn Pfennig Mehreinsatz konnte ein schmuckes Häuschen gewonnen werden. Bald schon stieg die Zahl der hessischen Annahmestellen auf 1.500. Von dort aus wurden jede Woche Hunderttausende von Wettscheinen, wohlgeordnet und mit den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen versehen, pünktlich in der Zentrale in Wiesbaden abgeliefert. Sie wurden jeweils mit einem Aufdruck versehen, mit Banderolen gebündelt und am Ende unter notarieller Aufsicht im Tresor eingeschlossen.

Die Lottoziehung - ein echtes Spektakel

LOTTO 6 aus 49 setzte sich erst am 29. Juni 1956 in Hessen durch, so dass dann die Nachfolgergesellschaft „Staatliche Zahlenlotto GmbH“ aus der Taufe gehoben wurde, die heutige LOTTO Hessen GmbH. Damals wurden die Gewinne noch persönlich und in bar an die glücklichen Gewinner überbracht. Dafür rollte das Auto von „Hessen-Lotto“ vor, eine Flasche Sekt im Gepäck und die D-Mark passend abgezählt. Bei heutigen Gewinnsummen unvorstellbar. Auch die Ziehung der Lottozahlen verlief damals ein wenig anders. Gezogen wurde abwechselnd in allen Bundesländern. In Wiesbaden bedeutete das: Einige hundert Gäste versammelten sich im Neuen Museum, gewandet in ihren besten Sonntagsanzügen, um dem besonderen Ereignis beizuwohnen, das groß in der Zeitung angekündigt worden war. An eine TV-Übertragung war noch nicht zu denken, denn kaum jemand hatte damals einen Fernseher. Erst nach und nach wurden weitere Lotterien und Sportwetten eingeführt.

Das könnte Sie auch interessieren