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Mäuse für die Wildkatze

LOTTO Hessen sichert Wildkatzen-Monitoring im Hochtaunus

Wie viele andere Tierarten findet auch die Wildkatze in unseren Kulturlandschaften immer weniger Verstecke. Um die Lage der scheuen Tiger im Hochtaunuskreis langfristig zu verbessern, hat sich der dortige BUND Kreisverband der Wiedervernetzung einst zusammenhängender Wälder verschrieben. Ohne die Streifgebiete der Wildkatze zu kennen, ist das aber schwer möglich. Lange fehlte für das aufwendige Monitoring das Geld, ehe LOTTO Hessen für Mäuse sorgte.

Dass die Wildkatze auch durch die Wälder rund um Usingen streift, da sind sich die Naturschützer des BUND Kreisverbandes Hochtaunus sicher. Für Gewissheit sorgten zuletzt einige Vierbeiner, die dem Verkehr auf Hessens Straßen zum Opfer gefallen waren. „Ein Schicksal, das viele dieser ohnehin schon seltenen Tiere ereilt“, weiß Friederike Schulze, Vorsitzende des BUND Hochtaunus – und liefert gleich eine Begründung dafür.

„Wildkatzen lieben weitläufige grüne Korridore mit Büschen und Wäldern, doch die schrumpfen mit dem Vordringen von agrarwirtschaftlich und baulich genutzten Flächen. Und werden zum Leidwesen der Wildkatze zugleich immer häufiger zerschnitten von Straßen und Äckern.“

Diesen Trend zu stoppen, ist den ehrenamtlichen BUND-Helfern daher ein Herzensanliegen: durch den Erhalt und das Wiedervernetzen ausgedehnter Wald- und Wiesenlandschaften. Ein unerlässlicher erster Schritt ist dabei das Wildkatzen-Monitoring. Denn nur wenn Verbreitung und Reviere der kleinen Vierbeiner bekannt sind, ist die regionale Neuanlage von grünen Korridoren möglich. Bislang scheiterte das allerdings an der Finanzierung. Umso größer die Freude über die Unterstützung von LOTTO Hessen in Höhe von 5.000 Euro.

Damit geht nun ein langersehnter Traum in Erfüllung: die Untersuchung des Wildkatzenvorkommens bei Usingen mittels der sogenannten Lockstockmethode.

Auf den Spuren der kleinen Tiger

„Endlich können wir auch im Gebiet zwischen Neu-Anspach und Merzhausen Lockstöcke ausbringen, an denen sich die Katzen reiben. Die gesammelten Haarproben geben dann Aufschluss über die genetischen Daten der Tiere“, erklärt Schulze. So soll festgestellt werden, wie viele Wildkatzen in der Region vorhanden sind, welche Wege sie nutzen und auch zu welcher Sippe sie gehören. Starten wird das Monitoring Anfang nächsten Jahres mit dem Setzen der Lockstöcke, danach übernehmen die Mitglieder des BUND Hochtaunus deren wöchentliche Kontrolle. Die Auswertung der Proben erfolgt dann im Labor. „Wir sind schon sehr auf die Ergebnisse gespannt und hoffen, dass die wilde Verwandte unserer Hauskatzen wieder häufiger im Hochtaunuskreis heimisch wird. Denn wo sich die Wildkatze wohlfühlt, finden auch viele andere tierische Bewohner optimale Lebensbedingungen vor. Von den Mitteln von LOTTO Hessen profitieren also nicht nur die kleinen Tiger, sondern vor allem die biologische Vielfalt in der Region“, so Schulze.

Fotos: BUND/H. Neumann

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